SEO Praktiken vor 10 Jahren vs. heute

 

Früher:

Damals, vor 10 bis 15 Jahren, hatte die Suchmaschinenoptimierung ihr Augenmerk auf Dreierlei:

  • Content schreiben nach (bestätigten) Rankingfaktoren
  • Backlinks setzen (bestenfalls) im transaktionalen Bereich
  • Technische Maßnahmen wie Page Speed, Setzen von Follow Links etc.

Unter Online-Shop-Seiten war in der Regel ein riesiger Textblock aufgeführt. Produktmerkmale wurden nicht wirklich in Kundennutzen umgewandelt. Keywords wurden in Massen integriert und gefettet. Eine gute User Experience war nicht wirklich gegeben. Das Ziel war es meist, lediglich mit der richtigen Keyworddichte die Shop-Seite in den Ergebnisseiten nach oben zu katapultieren.

 

Heute:

SEO hat mittlerweile eine wichtige Säule hinzugewonnen:

  • Content schreiben nach (bestätigten) Rankingfaktoren
  • Backlinks setzen (bestenfalls) im transaktionalen Bereich
  • Technische Maßnahmen wie Page Speed, Setzen von Nofollow Links etc.
  • User Experience (UX)

Die User Experience selbst hat eine höhere Gewichtung als die anderen Aspekte zusammen. Dennoch sind auch die anderen Punkte wichtig und sollten nie vernachlässigt werden.

Die User Experience ist in der aktuellen Suchmaschinenoptimierung die wohl größte Neuerung – aber auch die logischste, denn schließlich geht es um die Nutzer. Für diese möchte man ranken und an diese will man verkaufen. Von den Usern ist es auch abhängig, ob man weiter rankt und Umsatz macht oder nicht. Der Inhalt sollte in erster Linie für die User konzipiert werden und nicht für die Suchmaschinen. Den Suchmaschinen sollte man nur Impulse senden, damit diese wissen, zu welchen Keywords der Content passt und ausgespielt werden soll.

Shopseiten besitzen oftmals nur einen kurzen Einleitungstext. Wichtige Informationen folgen in vielen kurzen Textabschnitten. Die Texte werden optisch und inhaltlich mit Bullet Points und Bildern aufgelockert. Die Texte verfügen meist über ein Inhaltsverzeichnis, sodass die User direkt zur Stelle gelangen können, die sie wirklich interessieren. Das sind schon mal wichtige Schritte in die richtige Richtung. Doch es geht noch besser!

 

First View entscheidet über Bleiben oder Abspringen

Der First View einer Website ist entscheidend. Also das, was ein Nutzer auf den ersten Blick zu sehen bekommt, nachdem er eine Webseite aufgerufen hat. Dabei ist es ganz gleich, ob der Besucher über Ads, die organischen Suchergebnisse oder über einen Backlink auf der Seite gelandet ist.

Internetnutzer stellen sich selbst unbewusst drei Fragen, wenn sie auf einer Website landen:

  1. Bin ich hier richtig? Finde ich die Lösung meines Problems?
  2. Was habe ich davon, wenn ich auf dieser Seite bleibe? Was habe ich vom angebotenen Produkt oder der angebotenen Dienstleistung?
  3. Kann ich dem Unternehmen vertrauen?

Diese drei Fragen sollen beim First View auf Anhieb beantwortet werden. So gilt es eine Website hinsichtlich Content, Bildmaterial etc. zu gestalten, auf der der User auf den ersten Blick alle Informationen findet, die er benötigt.

 

Firmenname, Kontaktdaten, was das Unternehmen macht und was der Nutzer davon hat, erfährt man auf einen Blick.

 

Um die Nutzerinnen und Nutzer zufriedenzustellen, müssen wir uns in diese hineinversetzen und sie verstehen. Nur so können wir die User Experience passend optimieren.

Beispiel:

Bei einem Feuerausbruch denken wir nicht darüber nach, wie lange das Feuer braucht, um bis zu uns zu gelangen oder heiß die Temperatur ist. Wir handeln aus einem Impuls heraus und versuchen entweder, das Feuer zu löschen, oder wir flüchten. Genauso verhalten sich auch viele User, wenn Sie im Web nach der Lösung zu ihrem Problem suchen.

Wir haben somit maximal 1-2 Sekunden Zeit, um den Nutzer abzuholen. Beachte, dass dies nur für transaktionale Landing Pages gilt. Bei informativen Seiten hat man mehr Zeit, da sich auch der User mehr Zeit nimmt, um sich über ein bestimmtes Thema zu informieren.

 

Tipps und Tricks für Content, der konvertieren kann

 

Erklärungsbedarf von Produkten

Bei Produkten, deren Handhabung und Vorteile sich logisch erschließen lassen und es keine USPs gibt, sollte auch kein Content folgen, in dem offensichtliche Produktmerkmale erläutert werden. Das wäre z. B. der Fall bei Besteck, Vasen oder Schals.

Erklärungsbedürftigkeit von Produkten:

Schuhe < Akkuschrauber < Waschmaschine < Zeiterfassungs-App < Operation

Je mehr Merkmale ein Produkt hat, je komplexer es ist und je mehr Auswahlkriterien eine Kaufentscheidung beeinflussen, desto erklärungsbedürftiger ist das Produkt. Und desto mehr überzeugenden Content braucht es. Welche Fragen sich User zu einem Produkt stellen, kann man ganz einfach mit diversen W-Fragen Tools herausfinden. Was Nutzer sich von einem Produkt wünschen, was sie gut und schlecht finden, lässt sich aus vorhandenen Bewertungen entnehmen.

Beispiel:

Kommt bei einem ,,T-Shirt’’ in den Bewertungen vermehrt zur Sprache, dass das Material nach dem Waschen seine Farbe behält und der Druck nicht abgeht? Dann sollte man sich auch unter anderem auf diesen Aspekt in seinem Produkttext fokussieren. Finde so Vorteile und priorisiere diese nach der Häufigkeit der Nennungen. Gehe so für alle Produkte und Dienstleistungen in deinen Texten vor.

Inhalte richtig platzieren

Doch wie platziert man seinen Text gerade auf Shop-Seiten? Erscheint der Content zuerst, ist der User irritiert und springt ab, da er höchstwahrscheinlich eine Produktliste erwartet hat. Folgt der Text jedoch nach dieser Liste, so kommt der Seitenbesucher vielleicht gar nicht dazu, die überzeugenden Argumente durchzulesen.

Am besten platziert man einen catchenden Einleitungssatz und 1-3 USPs in den Header, die den User so direkt abholen können. Die Produktliste ist im Sichtfeld. Mit einem Satz wie ,,Hier gelangst Du zur Kaufberatung’’ kann der User per Klick zum beratenden Content gelangen, welches sich unter dem Produktsortiment auf der Seite befindet.

Mittels A/B Testing lassen sich verschiedene Sätze, Platzierungen, Bilder und USP Auflistungen testen, um herauszufinden, was zu einer höheren Verweildauer und zu mehr Conversions führt.

Text interessant gestalten

Oftmals soll dieser Content nicht dem Nutzer dienen. Er dient als Platz für Keywords, damit die Produktseite gut auf Google und Co. ranken kann. Der Rest ist für viele Online Marketer unwichtig, dabei ist der Content essentiell für die Conversion Rate, denn es kann die Kaufentscheidung positiv beeinflussen.

Mit folgenden Tipps lässt sich ein Text so gestalten, dass User ihn leicht und gerne konsumieren können:

  • Struktur: Inhaltsverzeichnis, Zwischenüberschriften, kleine Textabschnitte
  • Aussagekräftige Zwischenüberschriften, die Vorteile enthalten
  • Integration von Medien wie Fotos und Videos
  • Stichpunktlisten
  • Produktmerkmale in Kundennutzen umwandeln: Zertifizierte Verglasung = einbruchsicher; Gute Wärmedämmung = Heizkosten sparen etc.
  • Firmengeschichte und Alleinstellungsmerkmale in den Text einfließen lassen, um sich als Experten zu beweisen.
  • Trust Elemente wie Bewertungen, Zertifikate und Logos von Referenzkunden
  • Interessante Einleitung: Dass es seit 400 Jahren Lederschuhe gibt, kommt in vielen Einleitungen zu diesem Thema vor. Jedoch interessiert das die Nutzer nicht. Es stellt keinen Vorteil dar und sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass der Leser gelangweilt abspringt.

Zu ranken und zu konvertieren ist kein Hexenwerk

Eine ausführliche Recherche aus Käufersicht, eine interessante Einleitung, die Nennung weniger Produktmerkmale zu Beginn und eine visuell ansprechende Gestaltung deiner Produkttexte können einiges bewirken, sodass deine Texte nicht nur bei den Suchmaschinen beliebt sind, sondern auch bei den Lesern!